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Weißes Loch und Einstein-Rosenbrücke

Es wird angenommen, dass die nackte Singularität eines verdampften Schwarzen Lochs zugleich der Beginn eines neuen Universums durch einen Urknall sein könnte.

Schwarzes Loch

Die Arbeiten von Albert Einstein (1879-1955) und Nathan Rosen (1909-1995) lassen darauf schliessen, dass es auch Weiße Löcher geben könnte, also die gegensätzliche Entsprechung zu Schwarzen Löchern, die jedoch keine Materie und Energie konzentrieren, sondern Materie und Energie freisetzen.

Der britische Physiker Brian Cox ist der Meinung, bestände eine Einstein-Rosen-Brücke, also ein Tunnel oder Wurmloch von einem Punkt des Universums zu einem anderen Punkt des selben Universums oder zu einem benachbarten Universum, so wären ein Schwarzes und ein Weißes Loch die zueinander gehörenden Enden des selben Tunnels. Materie und Energie, die von einem Schwarzen Loch eingesaugt und komprimiert würden, könnten auf der anderen Seite des Tunnels durch das Weiße Loch wieder ins Universum geschleudert werden.

Einige Physiker vermuten, dass von einem Schwarzen Loch verschluckte Raumregionen mit Ihrer gesamten Information erhalten bleiben könnten. So wäre es möglich, dass einmal verschluckte Sterne, Staub und sogar ganze Galaxien beim Verdampfungsprozess bzw. Emittieren der Hawking-Strahlung wieder sichtbar werden. Ein Schwarzes Loch wäre somit von einem anderen Schwarzen Loch unterscheidbar, auch wenn es die selbe Masse, die selbe Ladung und den selben Spin hätte. Der einzige Unterschied wäre die Information, die das Schwarze Loch in sich trägt.

Um zu verstehen, was mit Materie geschieht, die in ein Schwarzes Loch fällt und wie sich der Zustand im Inneren eines Schwarzen Lochs verhält, forschten Jacob Bekenstein (1947-2015) und Stephen Hawking (1942-2018) an der Entropie von Schwarzen Löchern. Ihre Theorie der Bekenstein-Hawking-Entropie beschreibt das Maß der Unordnung von Teilchen und Energie in einem Schwarzen Loch, wobei die Entropie eines Schwarzen Lochs proportional zur Fläche seines Ereignishorizonts ist.

Aus ihrer Theorie geht auch die Möglichkeit hervor, dass Materie, die in ein Schwarzes Loch fällt, mit der selben Masse und Ladung anschließend an einem Weißen Loch wieder freigesetzt werden könnte.

© Dagmar Kuntz, 1998-2026